
Kernpunkt 3
Die 5 Freiraumzonen – Freiheit durch Orientierung
die 5 Freiraumzonen – sicher führen, vertrauensvoll loslassen
Nicht jede Situation erlaubt dieselbe Freiheit. Und nicht jeder Hund ist in jeder Situation gleich verlässlich.
Anton Fichtlmeier hat deshalb ein Konzept entwickelt, das den Hundehalter dafür sensibilisiert, wann, wo und wie viel Freiraum er seinem Hund sinnvoll zugestehen kann und wo er diesen Freiraum zum Schutz des Hundes und seiner Umgebung begrenzen muss: die fünf Freiraumzonen.
Das Konzept verfolgt dabei zwei Ziele gleichzeitig: dem Hund maximalen Auslauf zu ermöglichen, wo immer es die Umstände erlauben und den Menschen zu befähigen, vorausschauend und präventiv zu handeln, bevor Situationen unkontrollierbar werden.

Die 5 Freiraumzonen im Überblick
“Bleib an meiner Seite”
1Der Hund bleibt so lange dicht an der Seite des Menschen, bis er über ein Signal freigegeben wird.
In der FRZ 1 orientiert sich der Hund an Gesten, der Körpersprache und Signalen und hält bereitwillig Kontakt. Die Leine wird dabei zunehmend zur Nebensache. Sein Orientierungswille an seinem Menschen gestattet es, den Hund des Weiteren auch ohne Leine zu führen.
FRZ 1 ist die Basis für alle weiteren Zonen.
Gemeinsame Aktionen im Sichtbereich
2Der Hund agiert im näheren Sichtbereich und lässt sich jederzeit kontrollieren. Herankommen, Kontakthalten und gezielte Aufgaben stehen hier im Vordergrund, so gestaltet, dass der Hund Ablenkungsreize von sich aus ignoriert.
Basis der FRZ 2 ist die FRZ 1
Freilauf im Sichtbereich
3Der Hund darf beim Spaziergang ausgiebig schnüffeln, mit Artgenossen auf entsprechenden Flächen toben, bleibt aber im Sichtfeld des Menschen.
Voraussetzungen: Man lässt ihn und das Umfeld nicht aus den Augen und er lässt sich jederzeit abrufen und stoppen.
Selbstständig Aufgaben lösen – auch außer Sicht
4Der Hund übernimmt Aufgaben auch außerhalb der direkten Sichtlinie. Diese Zone ist vor Allem für speziell ausgebildete Hunde relevant, etwa Jagd-, Dienst- oder Rettungshunde.
Sie setzt eine zuverlässige “Steuerbarkeit” auf weite Distanz voraus.
Keine Kontrolle über den Hund
5FRZ 5 beschreibt alle Situationen, in denen die Kontrolle über den Hund nicht gegeben ist oder nicht sichergestellt werden kann. Es gibt viele Beispiele: etwa wenn der Hund an der Leine zieht, unkontrolliert auf andere Hunde zuläuft, alleine im Garten jeden Passanten verbellt, jede Katze jagd oder sich nicht davon abhalten lässt, wenn die Türglocke klingelt.
Diese Zone gilt es aktiv zu vermeiden.
Warum das für Hundehalter entscheidend ist
Die fünf Freiraumzonen sind kein Regelwerk das einengt. Sie sind ein Werkzeug das befreit.
Wer die Freiraumzonen kennt und bewusst anwendet, weiß in jeder Situation sofort: Wo steht mein Hund gerade? Was braucht er jetzt? Und was kann ich ihm vertrauensvoll zugestehen?
Das Ergebnis ist ein Hund, der sich freiwillig und gerne an seinem Menschen orientiert und ein Mensch, der seinem Hund echte Freiheit schenken kann.
