Kernpunkt 6

SP Mantrailing – die Evolution der Spurensuche

SP Mantrailing – Fichtlmeiers Suchkonzept für Familien

Mantrailing wird heute oft als Freizeitbeschäftigung angeboten. Doch zwischen einem spannenden Suchspiel und einer verlässlichen Spurensuche im Ernstfall liegt ein großer Unterschied. Anton Fichtlmeier hat deshalb SP Mantrailing entwickelt: ein semi-professionelles Suchkonzept, das die natürliche Nasenleistung des Hundes systematisch aufbaut und auf eine möglichst spurnahe Suche ausrichtet.

 

Im Mittelpunkt steht eine klare Frage:
Kann der eigene Hund eine ihm vertraute Person über ihre Spur wiederfinden, wenn es darauf ankommt?

Was SP Mantrailing bedeutet

SP Mantrailing steht für Semi-Professionelles Mantrailing. Es ist bewusst zwischen reinem Fun-Trailing und dem professionellen Einsatz von Polizei oder Rettungshundestaffeln angesiedelt. Es geht garnicht darum, Hilfsorganisationen zu ersetzen oder mit ihnen zu konkurrieren. SP Mantrailing verfolgt einen eigenen Ansatz: Der Hund wird darauf vorbereitet, die Spur einer ihm vertrauten Person aufzunehmen, ihr möglichst spurnah zu folgen und diese Person zu finden.

 

Damit wird Nasenarbeit nicht nur zur Auslastung, sondern zu einer gezielt aufgebauten Fähigkeit mit realem Nutzen.

Abgrenzung zum Fun-Trailing

Beim Fun-Trailing steht häufig die Beschäftigung im Vordergrund. Der Hund darf suchen, der Mensch erlebt gemeinsam mit ihm eine spannende Aktivität. Wird gefunden, ist es schön. Wird nicht gefunden, bleibt es dennoch ein Erlebnis.

 

SP Mantrailing verfolgt einen anderen Anspruch. Hier geht es um Verlässlichkeit, Wiederholbarkeit und eine saubere Spurarbeit. Der Hund soll nicht irgendeinem Geruch folgen, sondern lernen, die Spur einer konkreten Person möglichst präzise zu verfolgen. Damit verändert sich auch die Haltung des Menschen: Er begleitet seinen Hund nicht nur durch ein Suchspiel, sondern lernt, ihn in seiner Suchleistung zu lesen, zu unterstützen und sinnvoll zu führen.

Die Grundlage: ein neues Verständnis von Spur

Fichtlmeier hat in jahrzehntelanger Forschungsarbeit eine Erkenntnis gewonnen, die das bisherige Verständnis von Spurensuche grundlegend verändert: Hunde orientieren sich auf Trailspuren nicht ausschließlich an flüchtigen Geruchspartikeln wie Hautschuppen, sie nehmen darüber hinaus dreidimensionale, informationstragende Signatur-Gebilde wahr, die er als 3D-InfTrSig-Gebilde beschrieben und benannt hat.

 

Diese energetischen Muster sind nicht flüchtig. Sie bestehen unabhängig von Wind, Wetter und Temperatur stabil im Raum. Jedes dieser Gebilde besteht aus miteinander verbundenen kugelförmigen Bereichen, ein unsichtbarer Tunnel entlang der Spur. Jeder Bereich trägt einen eigenen Zeitstempel, der den Entstehungszeitpunkt und die genaue zeitliche Abfolge der Spur speichert. Das ermöglicht dem Hund die Spur nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich präzise zu differenzieren und sie dem am Geruchsstoffträger anhaftenden Zeitstempel exakt zuzuordnen, auch noch Jahre nach Entstehung der Spur.

 

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Messtechniker und Messgerät

Aus diesem neuen Spurverständnis ergibt sich ein anderes Rollenbild. Fichtlmeier beschreibt den Hund als Messgerät und den Hundeführer als Messtechniker. Das bedeutet: Der Mensch läuft nicht einfach hinter dem Hund her. Er beobachtet, liest, justiert und unterstützt. Er muss erkennen, wann der Hund sicher arbeitet, wann er prüft, wann er abgelenkt ist und wann die Spurinformation wieder aufgenommen wird. SP Mantrailing verlangt deshalb nicht nur Training für den Hund, sondern auch Schulung für den Menschen. 

 

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Spurarbeit beginnt beim Welpen

Im Mittelpunkt steht die frühe Schulung von Wahrnehmung, Orientierung und Zusammenarbeit. Der Welpe ist hochmotiviert: seine Menschen hinterlassen eine Spur, dieser Spur kann er folgen. Über kurze, klare Suchaufgaben mit vertrauten Personen entsteht ein erster Zugang zur Spurarbeit, ohne Überforderung, aber mit methodischer Struktur.

 

Damit folgt SP Mantrailing dem Grundgedanken der Fichtlmeier-Methode: Der Hund wird nicht über reine Konditionierung gesteuert, sondern in seiner natürlichen Fähigkeit verstanden und begleitet, so dass er sich schrittweise weiterentwickelt.

 

Näheres dazu in unserem Buch "Grunderziehung für Welpen"

Warum SP Mantrailing für Familien relevant ist

Im familiären Alltag denkt kaum jemand an den Ernstfall. Doch wenn ein Kind plötzlich nicht mehr zu sehen ist, ein älterer Mensch den Weg nicht zurückfindet oder eine vertraute Person vermisst wird, kann Zeit entscheidend sein. Genau hier setzt SP Mantrailing an: im direkten sozialen Umfeld, dort, wo der Hund die Menschen kennt und seine Motivation besonders hoch sein wird. 

 

So bekommt die Nasenleistung des Hundes eine konkrete Bedeutung: Sie wird zu einer lebensnahen Aufgabe, die Orientierung, Verantwortung und Handlungsfähigkeit im familiären Umfeld stärken kann.

Was das für den Hundehalter bedeutet

SP Mantrailing verändert den Blick auf den eigenen Hund. Er wird nicht nur als Begleiter oder Freizeitpartner gesehen, sondern als Lebewesen mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit, die der Mensch gezielt fördern und verantwortungsvoll nutzen kann. Der Hundehalter übernimmt dabei eine neue Rolle: Er wird zum ruhigen Partner und „Messtechniker“, der die Suchleistung seines Hundes liest, einordnet und möglichst wenig stört. Er lernt, wann Unterstützung notwendig ist und wann Zurückhaltung die bessere Führung ist.

 

So entsteht aus Nasenarbeit kein bloßes Hobby, sondern ein ernstzunehmendes Konzept für Orientierung, Sicherheit und Zusammenarbeit im familiären Umfeld.