Kernpunkt 1

GrOVM – wenn Hunde mehr tun als spielen

GrOVM - Ein neuer Funktionskreis

Was viele für Spielverhalten halten, ist in Wirklichkeit ein hochkomplexes Kommunikationssystem: Anton Fichtlmeier hat als erster diesen instinktiven Mechanismus aus dem allgemeinen Spielbegriff herausgelöst, erforscht und als neuen Funktionskreis beschrieben: die Gruppenorganisierenden Verhaltensmuster, kurz GrOVM. 

 

Es dauerte nach eigener Aussage annähernd drei Jahre, bis er diesen Begriff gefunden hatte, der exakt beschreibt, was beim Zusammentreffen von Hunden stattfindet. 

 

Mehr dazu findest du in unseren Blogbeiträgen unter NEWS & STORIES - HUNDESPRACHE

 

Die Struktur von GrOVM

GrOVM gliedern sich in zwei Hauptbereiche, die sich nach Funktion und zeitlichem Auftreten unterscheiden:

  • Gruppenbildende Verhaltensmuster – regeln das Aufeinandertreffen und Einordnen neuer Sozialpartner
  • Gruppenzusammenhaltende Verhaltensmuster – sichern den Zusammenhalt und die Balance in bestehenden Gruppen

In beiden Bereichen zeigen Hunde drei Arten von Mustern: Interaktionsmuster, Interaktionsspielmuster und Strukturierungsmuster. 

Ziel ist immer dasselbe: emotionales Wohlbefinden und Homöostase, also ein stabiles Gleichgewicht in der Gruppe.

Was sich konkret im Blick des Hundehalters verändert

GrOVM helfen, das Verhalten ihres Hundes nicht vorschnell als Spiel, Dominanz oder Ungehorsam zu bewerten. Viele Begegnungen zwischen Hunden folgen instinktiven sozialen Mustern, in denen Nähe, Abstand, Rollen, Grenzen und Zugehörigkeit ausgehandelt werden.

 

Wer diese Muster versteht, kann Körpersprache präziser lesen, Situationen besser einschätzen und rechtzeitig passend reagieren. Der Mensch wird dadurch nicht zum bloßen Beobachter, sondern zu einem verlässlichen Sozialpartner, der Orientierung gibt und die Beziehung bewusst mitgestaltet.